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Frühe Geschichte & 17. Jahrhundert...


um 500 v.Chr. Römer und Griechen benutzten Linsen als Brenngläser.

um 1000 Alhazen (eigentlich Ibn Al Haitam, 965 - 1038) erwähnte im "Thesaurus Opticus" den Lesestein.

um 1285 In Italien wurden die ersten Brillen mit Sammellinsen gefertigt.

um 1520 Erstmals wurden Brillen mit Konkavlinsen für Kurzsichtige verwendet.

1538 Girolamo Fracastoro (1478 - 1533) vertrat in seinem Buch "Omocentrici"
die Ansicht, daß man Gegenstände größer und näher erkennen kann,
wenn sie durch zwei miteinander verbundene Gläser betrachtet werden.

um 1590 Hans Martens (gest. 11.12.1592, identisch mit Hans Janssen,
der oft als Vater von Zacharias J. bezeichnet wird) und Zacharias
Janssen (um 1588 bis ca. 1632), zwei holländische Brillenmacher aus
Middelbourg, erfanden angeblich das zusammengesetzte Mikroskop
und das Teleskop. Dies behaupteten 1655 Pierre Borel (1620 - 1671,
nach anderen Angaben 1628 - 1689) und Willem Boreel (1591 - 1668),
was die meisten Historiker heute allerdings bezweifeln.
Nachforschungen in diese Richtung lassen es eher unwahr-
scheinlich erscheinen, daß die Janssens das Mikroskop oder
gar das Teleskop erfanden. Für das Mikroskop läßt sich der
Erfinder nicht mehr bestimmen, für das Teleskop gilt Johannes
Lipperhey (1570 - 1619) als Pionier.



Das 17. Jahrhundert

1608 Johannes Lipperhey (1579 - 1619, manchmal auch als Hans Lapperhey, Lippershey oder Lapprey zitiert), der ebenso wie Hans und Zacharias Janssen (s.o.) in Middlebourg lebte, präsentierte das zusammengesetzte Teleskop aus Konkav- und Konvexlinse und meldete es zum Patent an.

1609 Galileo Galilei (1564 - 1642) entwickelte ein zusammengesetztes Mikroskop, welches aus einer konvexen und einer konkaven Linse bestand. Dieses, von ihm "Occhiolino" genannte Gerät, schenkte er 1612 dem polnischen König Sigismund III.

1611 Johannes Keppler (1571 - 1630) konstruierte ein Fernrohr, das zwei Sammellinsen enthält: das astronomische Fernrohr.

1618 Willibrord Snell van Royen (1581 - 1626, auch Snellius genannt) beschrieb das Brechungsgesetz.

1619 Cornelius Drebbel (1572 - 1633) ging als Astronom von Johannes I. nach London und stellte ein zusammengesetztes Mikroskop mit zwei konvexen Linsen vor. Um 1622 präsentierte er diese Erfindung in Rom, so daß manche Historiker ihn als Erfinder dieses Gerätes sehen.

1624 Galileo Galilei (1564 - 1642) baute ebenfalls ein zusammengesetztes Mikroskop im Stile Drebbels, rühmte sich aber nicht dessen Erfindung, sondern verwies auf den Sohn des Bürgermeisters von Alemar, einem gewissen Jacob Meticus (manchmal Metzius oder Metius zitiert).

1625 Johannes Faber von Bamberg (1574 - 1629) führte den Begriff "Mikroskop" (aus dem griechischen, mikros = klein und skopein = sehen) in Analogie zu dem Begriff "Teleskop" ein (aus dem griechischen, tele = entfernt).

1625 Francisco Stelluti (1577 - 1633) und Prinz Federico Cesi (1585 - 1630) veröffentlichten die ersten mikroskopischen Abbildungen: eine Tafel mit Darstellungen von Bienen und einem Rüsselkäfer.

1645 Antonius Maria Schryl De Rheita (1597 - 1660) prägte die Begriffe "Objektiv" und "Okular".

1645 Antonius Maria Schryl De Rheita (1597 - 1660) publizierte in "Oculus Enoch et Aliae sive Radius Siderio Mysticus" die erste Beschreibung eines binokularen Mikroskops

um 1645 Eustachio Divini (1610 - 1685) baute ein Mikroskop, das zur Fokussierung einen Schiebetubus besitzt. Darüber hinaus besitzen seine Geräte, die aus Pappröhren bestehen, mehrere Auszugstuben, die eine Variation der Vergrößerung ermöglichen - ein Prinzip, das bis in das 20. Jahrhundert beibehalten wurde.

1654 Johann Wiesel führte die bereits im Fernrohr verwendete Feldlinse in das Mikroskop ein, die damals auch oft Kollektivlinse genannt wurde. Fälschlicherweise wird diese Erfindung oft Balthazar de Monconys (1611 - 1665) zugerechnet.

1656 Thomas Wharton (1616 - 1673) beschrieb die mikroskopische Struktur der
Lymphknoten

1658 Jan Swammerdam (1637 - 1680) entdeckte die Erythrocyten beim Frosch.

1664 Henry Power (1623 - 1668) montierte ein Mikroskop auf eine Glasplatte über
einer Lampe - der erste Versuch mit einem zusammengesetzten Mikroskop im
Durchlicht zu beobachten.

1665 Robert Hooke (1635 - 1703) veröffentlichte sein bahnbrechendes Werk
"Micrographia", das zahlreiche mikroskopische Abbildungen enthält. Einer seiner
zahlreichen Verdienste war die Optimierung der Beleuchtung mit Hilfe einer wasser-
gefüllten Kugel (Schusterkugel), die vor einer Öllampe angebracht wurde. Er arbeitete
eng mit dem Londoner Instrumentebauer Christopher Cook zusammen, der möglicher-
weise auch das berühmte Mikroskop aus der "Micrographia" baute. Auf Hooke geht
außerdem der Begriff "Zelle" zurück, die er im Kork beschrieb.

1666 Isaac Newton (1643 - 1727) erklärte die Achromatisierung für unmöglich.
Er begründete dies mit der falschen Annahme, Dispersion und Brechungsindex
stünden in direktem Zusammenhang.

1659-69 Marcello Malpighi (1628 - 1694) wurde durch die systematischen
mikroskopischen Untersuchungen über die Leber, die Milz, die Lunge, die
Großhirnrinde, die Niere, die Lymphknoten und anderer Organe berühmt.
1669 erschien seine berühmte Monographie über den Seidenspinner.

1668 Eustachio Divini (1610 - 1685) baute ein zweilinsiges Okular mit
zwei Plankonvexlinsen.

1669 Isaac Newton (1643 - 1727) begründete die Emanationstheorie des Lichtes (Teilchenlehre).

1670 Christiaan Huygens (1629 - 1695) kontruierte ein zweilinsiges Okular (Huygens-Okular) mit der Feldlinse (oder Kollektivlinse) in der Nähe des Zwischenbildes und einer Augenlinse. Im Unterschied zu dem zweilinsigen Okular von Eustachio Divini (1610 - 1685) befand sich eine Feldblende an der Stelle, an der das von der Feldlinse abgebildete Zwischenbild entsteht. Mit Hilfe dieses Okulars, konnte die chromatische Abberation bereits damals reduziert werden. In Bezug auf diesen Abbildungsfehler optimierte William Hyde Wollaston (1766 - 1828) das Huygens-Okular Mitte des 19. Jahrhunderts.

1672 Christiaan Huygens (1629 - 1695) stellte die Undulationstheorie des Lichtes auf (Wellenlehre).

1672 Isaac Newton (1643 - 1727) schlug vor, Mikroskope mit Spiegeln statt mit Linsen zu bauen, um die chromatische Aberration zu beheben.

1672 Johann Christoph Sturm (1635 - 1703) entwickelte zweilinsige Mikroskopobjektive.

1673 Johannes Hevelius (1611 - 1687) konstruierte einen Feintrieb mit einer langen Gewindestange, wie er z.T. bis in das 19. Jahrhundert Verwendung fand.

1673 Antoni van Leeuwenhoek (1632 - 1723) berichtete der Royal Society in London über seine weit gefächerten mikroskopischen Beobachtungen. Sie reichten von Schimmelpilzen, Blut, Zahnbelag, Sperma zu Vogelfedern und Fischschuppen. Er entdeckte dabei unter anderem die Erythrocyten (vermutlich unabhängig von Swammerdam), die Spermien, einzellige Lebewesen und die Photorezeptoren der Retina.

1677/78 Der Kapuziner Mönch Chérubin von Orléans (bürgerlicher Name Michel Lasséré, 1613 - 1697) konstruierte ein Mikroskop "mit welchem man die kleinsten Objekte mit beiden Augen gleichzeitig erfassen kann". Vermutlich wurde er durch die Arbeiten seines Ordensbruders Antonius Maria de Rheita (1597 - 1660) inspiriert, der bereits 1645 eine Beschreibung eines binokularen Mikroskops veröffentlichte. Johannes Zahn beschrieb 1702 in seiner "Oculus artificialis teledioptricus" ebenfalls ein Gerät mit zwei Tuben.

um 1678 Samuel Joosten van Musschenbroek (1639 - 1682) versah seine einfachen Mikroskope mit einem Blendenapparat zur Regulierung der Beleuchtung für die Durchlichtbeobachtung.

um 1680 Guiseppe Campani (1635 - 1715) konstruierte ein zusammengesetztes Mikroskop mit Gewindetubus.

1685 Carlo Antonio Tortona (1640 - 1700) führte für das zusammengesetzte Mikroskop von Guiseppe Campani (1635 - 1715) die Durchlichtbeobachtung ein. Bei einfachen Mikroskopen war diese Form der Beobachtung schon länger üblich.

1687 Johann Franz Griendel von Ach (1631 - 1687) beschrieb ein Mikroskop, das aus 6 (!) plankonvexen Linsen besteht: zwei im Objektiv, zwei im Okular und zwei Feldlinsen. Dieses Mikroskop fand aufgrund der Schwierigkeiten beim Zentrieren der Linsen und in der Fertigung hochwertiger Plankonvexlinsen damals wenig Anklang.

um 1690 Johan Joosten van Musschenbroek (1660 - 1707, Bruder von Samuel Joosten van Musschenbroek) verwendete als Objekthalter kleine Messingstangen, die über Kugelgelenke (die sog. Musschenbroekschen Nüsse) verbunden und auf diese Weise beweglich waren, was große Vorteile bei der Fokussierung brachte.

1691 Philippo Bonanni (abweichende Schreibweise: Filippo Buonanni, 1638 - 1725) beschrieb in der "Micrographia Curiosa" den ersten Objektträger: eine Schiene aus Elfenbein mit vier Öffnungen, in die Präparate zwischen zwei dünne Glimmerplatten montiert wurden. Außerdem entwickelte er das erste horizontale Mikroskop, das einer optischen Bank glich. Um ein Fixieren der Objektträger an diesem Mikroskop zu ermöglichen, baute er eine Federhalterung, die das Präparat gegen eine durchlochte Messingplatte drückte. Diese Konstruktion wurde später nach ihm benannt: "Bonanni spring stage".

1694 Nicolaas Hartsoeker (1654 - 1725) baute ein einfaches Mikroskop mit ineinander verschraubten Tuben und einem Handgriff - das screw-barrel microscope. James Wilson (1665 - 1730) verhalf diesem Mikroskoptyp zum Durchbruch, so daß es von den meisten Autoren mit seinem Namen in Verbindung gebracht wird.

Zusammengesetztes Mikroskop von Robert Hooke mit wassergefüllter Schusterkugel und Öllampe als Beleuchtungsapparat (modifiziert aus Hookes "Micrographia" von 1665)
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Ausschnitt der Geschäftskarte von John Yarwell aus dem Jahre 1683.