Es gehört zu den alten Menschheitsträumen, ferne Dingen nah (Teleskop) und kleine
Dinge groß sehen zu können (Mikroskop). Daß dabei nicht immer wissenschaft-
liches Interesse im Vordergrund stand, verdeutlicht insbesondere antiquarische
Literatur mit Buchtiteln wie "Mikroskopische Gemüths- und Augen-Ergötzung"
von Martin Frobenius Ledermüller (1719-1769), dem Assistenten des
Naturalienkabinetts in Bayreuth.

Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts mauserte sich das Mikroskop
vom Apparat der Volksbelustigung zum wichtigsten wissenschaft-
lichen Instrument in der Medizin und in den Naturwissenschaften, und
das, obwohl es bereits im 17. Jahrhundert aus diesen Wissenschaften
nicht wegzudenken war. So bemerkte Goethe: "Nachdem man in der
zweiten Hälfte des 17ten Jahrhunderts dem Mikroskop so unendlich viel
schuldig geworden war, so suchte man zu Anfang des 18. Jahrhunderts
dasselbe geringschätzig zu behandeln". Aber auch noch im 19. und
20. Jahrhundert wurden die Konstrukteure hochwertiger Mikroskope -
im Unterschied zu den Anwendern, also den Forschern - oft nur
beiläufig erwähnt.

Vor diesem Hintergrund ist es Ziel und Zweck dieser Seite,
einen kurzen Abriß über die Entwicklung des Lichtmikroskops
zu geben und einen Teil meiner Mikroskop-Sammlung der
Öffentlichkeit zugänglich zu machen, so daß diese Geräte,
die Funktionalität und Design in einzigartiger Weise miteinander
verbinden, und ihre Konstrukteure nicht gar so schnell in Vergessenheit geraten.

Die hier gezeigten Geräte stammen aus dem 19. und dem frühen 20. Jahrhundert, was in erster Linie dadurch zu erklären ist, daß ältere, gut erhaltene Geräte sehr selten zu finden sind. Sollten Sie ein altes Mikroskop aus Messing, Holz, Pappe oder gar Elfenbein und Silber verkaufen oder tauschen wollen, würde ich mich freuen, wenn Sie Kontakt mit mir aufnehmen würden.

Abb. aus Paul Ehrlich et al. (1903)
Encyklopädie der Mikroskopischen Technik